Der junge Hans, Gehilfe von Baron Frankenstein, liebt die nette, verkrüppelte Wirtstochter Christina. Die wiederum wird von drei fiesen Dandys gemobbt. Als die drei Arschlöcher den Wirt umbringen, lenken sie den Verdacht auf Hans, der angeklagt wird und auf der Guillotine landet. Christina geht daraufhin ins Wasser. Baron Frankenstein und sein etwas wirrer Kollege Hertz gelangen in den Besitz beider Leichen, und Frankenstein transformiert Hans’ Seele in Christinas Körper, wobei er den Körper der Behinderten zugleich optimiert. Nachdem in Christina Hans’ Psyche wiedererwacht ist, schickt er den Körper der Freundin auf Rachefeldzug gegen die drei Stutzer, die an allem schuld sind …
Der vierte Frankenstein-Film der Hammer Productions (1966). Deutscher Titel: Frankenstein schuf ein Weib.
Das schwarzromantische Gruselmärchen könnte von E.T.A. Hoffmann geschrieben worden sein und wird aufgerüstet mit dem damals in der Gegend herumschwirrenden Schizo-Killer-Motiv aus Blochs/Hitchcocks Psycho. Bemerkenswert ist die Umkehrung des bekannten Musters. Körperlich versehrt ist Christina in ihrem ersten Leben, im zweiten ist sie strahlend schön. Die Verdrehung ist vielmehr psychischer Natur, wobei Christinas Verstand so lange ‚tabula rasa’ bleibt, bis Frankenstein mit psychologischen Experimenten beginnt, um Hans mit seinem alten Dasein zu konfrontieren. Das Dingsymbol Guillotine ist im Film unübersehbar, der damit verbundene grauslige Akt der Enthauptung ebenso. Angespielt wird zudem auf Mesmerismus, auf die alchemistische Vorstellung von Seelenverschmelzung und den mystischen Hermaphroditen, nur dass das Zwitterwesen des Films wenig esoterisch gerät, sondern sehr handfest. Christina spricht manchmal mit Hans’ Stimme, wie weiland Norman Bates mit der seiner Mutter sprach, und hält dabei den abgetrennten Kopf des Geliebten in Händen oder hat ihn auf einen Bettpfosten gesteckt. In Frankensteins Haushalt gibt sie nach wie vor die liebe, unbedarfte Kreatur, draußen in der Welt ist sie die ‚belle dame sans merci’.
Frankenstein Created Woman ist ein drolliges, schön ausgestattetes Motivgewirr, stellenweise ein bisschen gaga, an anderen Stellen nahezu schockierend in seiner bunten, lichtdurchfluteten Atmosphäre, die nichtsdestotrotz purer Gothic ist.
